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Brustschildmarken sammeln ohne dickes Portemonnaie

Moderator: Rüdiger



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Hier eine Drucksache, aufgegeben in Berlin am 25.03.1874 mit dem Vermerk "Kgl. Angl." = Königliche Angelegenheit:

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"Königliche Angelegenheiten" genossen im Deutschen Reich zur Zeit der Gültigkeit der Brustschildmarken Portofreiheit!

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine Spätverwendung einer Ganzsache MiNr. P1 am 04.01.1875 zur Zeit der Markwährung, entwertet per Kreisstempel "LEIPZIG K. P. A. III.":

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Bei diesem Tagesstempel handelt es sich um einen sächsischen Übergangsstempel, nach Michel Gruppe II, hier Type II/6/Sonderform.

Am Bestimmungsort Potsdam wurde am 05.01.1875 vorderseitig ein Ausgabestempel für den Bestellgang "No. 2" abgeschlagen.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 8057
Hier ein Formular "Post=Einlieferungsschein." mit vorgedruckter Dekade "189 ", verwendet am 20.08.1898 in "ZINNA", wo ein nachverwendeter, preussischer, aptierter zweizeiliger Rechteckstempel "ZINNA *", Feuser Pr 3669, verwendet wurde:

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Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine Einzelfrankatur der MiNr. 5, verwendet am 29.02.1872 = Schalttag(!) auf Brief nach Amsterdam:

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Dort wurden rückseitig ein Zweikreisstempel als Ankunftsstempel sowie ein ovaler Briefträgerstempel "C .82" abgeschlagen:

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Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 8057
Hier ein Paar der MiNr. 4 auf Paketbegleitbrief "beigehend ein Päckchen in weißem Papier frei" mit Gewichtsangabe "320 Gr" und entsprechendem Aufkleber "aus Stuhm 522.", entwertet per nachverwendetem, preussischem, zweizeiligem Rechteckstempel "STUHM 11 1 * 3 - 4", Feuser Pr 3216:

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Mit dem Vermerk "Päckchen" war man seiner Zeit weit voraus, denn erst zum 01.01.1920 wurde, durch Änderung der Postordnung, das Päckchen bis 1 kg eingeführt. Einschreiben, Wertangabe, Nachnahme, das Verlangen eines Rückscheins und der Vermerk „Postlagernd“ waren dann bei Päckchen unzulässig; Eilbestellung (Gebühr wie für Briefsendungen) war zugelassen; Päckchen galten als Briefsendungen. Ab dem 06.05.1920 waren Päckchen auch in die Freie Stadt Danzig, ins Memelgebiet, nach Westpolen, ins Ausland und ins Saargebiet zulässig. Zur Brustschildzeit bedeutete der Begriff "Päckchen" jedoch lediglich ein "leichtes Paket", das als Fahrpostsendung galt!

Liebe Grüße
Rüdiger


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Hier eine Mehrfachfrankatur von zwei MiNr. 19, am 30.03.1874 ab Leipzig portorichtig auf Brief nach Aarau in der Schweiz:

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Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 8057
Ich habe hier lange keine zum Literatur zu unserem Thema vorgestellt, daher zeige ich Euch heute als für 8 € inklusive Porto bei ebay aktuell erstandene Literatur: "Die Brustschildmarken 1872-1874" von Stefan Ose in der 2.Auflage von 1999 :

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Darin enthalten sind zahlreiche Schwarz/Weiß-Abbildungen von seltenen Brustschild-Belegen, die in den 90er Jahren bei Auktionen angeboten wurden. Auf den letzten Seiten hat der Autor zahlreiche auch seltene Posttaxen zusammengestellt, die für Sammler von Brustschildbelegen sehr interessant sind.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 8057
Hier eine Ganzsache MiNr. P1, nachverwendet zur Zeit der Markwährung am 11.02.1875, entwertet per nachverwendetem, sächsischem Zweikreisstempel "LÖSSNITZ", Feuser SA 182, mit Uhrzeitangabe "3" in arabischer Ziffer = 3 Uhr nachmittags = 15 Uhr:

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Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 8057
Hier eine Einzelfrankatur der MiNr. 9 am 28.01.1872, also im ersten Gültigkeitsmonat, auf Brief von Triberg nach Ulm:

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Die Entwertung erfolgte per nachverwendetem badischem Zweikreisstempel "TRIBERG" mit badischem Wappen unten, Feuser BN 511. Rückseitig wurde in Ulm ein Distributionsstempel vom dritten Bestellgang am 29.01.1872 abgeschlagen:

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Der Beleg wurde tiefst geprüft "M. SOMMER BPP".

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 5. Jan 2020, 17:25

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Hier eine Ganzsache "Correspondenz-Karte.", aufgegeben in "LIESING" am 17.08.1875, wo als Aufgabestempel ein Fingerhutstempel abgeschlagen wurde:

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Die Postkarte wurde adressiert nach Wien und erhielt dort als Ankunftsstempel einen Kreisstempel "ALSERGRUND WIEN". Solche Formulare "passen" in diese Brustschildsammlung, da sie zur Zeit der Gültigkeit der Brustschildmarken gebraucht wurden. Außerdem trägt bei diesen Formularen der österreichische Doppeladler ebenfalls ein Brustschild!

Hier eine Darstellung des Doppeladlers des Kaiserreiches Österreich („Kleines Wappen“ von 1815) in den Originalfarben:

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Liebe Grüße
Rüdiger

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