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Württemberg - Ganzsachen

Moderator: Rüdiger


Beitrag Mi 5. Jun 2013, 13:23

Beiträge: 17401
Bei diesem Beleg handelt es sich um eine sehr frühe Massendrucksache aus Württemberg aus dem Jahre 1895, die perfekt in meine Thematiksammlung Schafherden hineinpaßt:

IMG_0005.jpg
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Beworben werden sowohl ''wollene Unterkleider System Prof. Dr. Gust. Jäger'' als auch solche in ''Halbwolle''.

Zu dem genannten Prof. Dr. Gustav Jäger habe ich im Internet unter http://www.murrhardt.de/225" target="_blank folgende Informationen gefunden:

geboren am 23.6.1832 in Neuenstadt an der Linde
gestorben am 13.05.1917 in Stuttgart
am 14.06.1912 zum Ehrenbürger der Stadt Murrhardt ernannt
Dr. med., Zoologe und Textilfabrikant (Wolle-Jäger)

Gustav Jaeger wurde am 23. Juni 1832 im Pfarrhaus zu Bürg am Kocher, in der Nähe von Heilbronn geboren.

Sein Vater: Pfarrer Carl Friedrich Jaeger, 1794 – 1842
Seine Mutter: Wilhelmine Ulrike Stang, 1795 – 1881

Eigentlich wünschten sich die Eltern, dass Gustav die theologische Ausbildung machen würde, deshalb besuchte Gustav die Lateinschule in Neuenstadt. Gustav war gerade 10 Jahre alt, als das Schicksal grausam zuschlug und der frühe Tod des Vaters, am 28.11.1842, die Mutter mit sechs Kindern alleine zurück ließ. Dies brachte die Familie in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Mutter drängte Gustav deshalb das Landexamen ein Jahr früher abzulegen, um die Aufnahme ins niedere evangelische Predigerseminar in Urach zu beschleunigen.

Im Herbst 1846 bestand Gustav die Aufnahmeprüfung für das Seminar in Urach. Gustav hatte aber insgeheim schon etwas anderes beschlossen und wollte auf keinen Fall Pfarrer werden. Den naturwissenschaftlichen Teil der Uracher Theologieausbildung absolvierte er mühelos. Eine gewollte schlechte Note in „Hebräisch“ verhinderte jedoch die Aufnahme im Tübinger Stift, dafür aber waren die Tore geöffnet auf eigene Kosten in der Stadt zu studieren. Sein großes Interesse galt den Tieren und den Naturwissenschaften und schon bald entstand der Wunsch eine Laufbahn als Naturforscher und Zoologe anzustreben.

1851 – Immatrikulation in Tübingen für die Fächer Medizin und Chirurgie.

Ab 1856 Hofmeister (Privatlehrer) in Wien; daneben Privatdozent der Zoologie und der vergleichenden Anatomie

20.12.1860 Hochzeit mit seiner ersten Frau, Selma Krais, in Sondelfingen. Sie hatten gemeinsam 4 Söhne und 5 Töchter

1866 Rückkehr nach Stuttgart

1867 – 1884 Lehrauftrag an der forstwirtschaftlichen Akademie zu Hohenheim und am Königlichen Polytechnikum Stuttgart

1870 Verleihung des Professorentitels als Anerkennung für den „großen Eifer und Fleiß“ an den Stuttgarter Schulen

August 1875: Ernennung zum Hauptlehrer für Zoologie und Anthropologie an der polytechnischen Schule in Stuttgart

1883: Eintrag ins Handelsregister von „Dr. Jägers Sanitary Woollen System Compagny London, 42 & 43 fore Street London E.C.“. Er propagierte, dass das Tragen von rauhen Textilfasern wie Wolle direkt auf der Haut pflanzlichen Fasern wie Baumwolle vorzuziehen sei und begründete damit das Textilllabel Jaeger, welches bis heute existiert.

Februar 1907: Tod seiner Frau Selma Johanna im Alter von 71 Jahren

Juli 1908: Hochzeit mit seiner zweiten Frau, Helene Müller, in Murrhardt

1912: 80. Geburtstag. Zum Ehrenbürger ernannt in Murrhardt

13. Mai 1917, Gustav Jaeger wurde tot aufgefunden. Er stürzte vom hohen Balkon seiner Stuttgarter Villa in ein Blumenbeet. Ob aus Versehen oder mit Absicht wird ewig ein Rätsel bleiben. Die Familienüberlieferung berichtet von Freitod.

Beitrag Mo 11. Aug 2014, 12:35

Beiträge: 2537
Bei den privat in Auftrag gegebenen Kartenbriefen, wie hier bei dem PK 1 aus Württemberg, fehlt oft oder immer der gedruckte Hinweis, dass es ein Kartenbrief ist.

Hier ein ungebrauchtes Exemplar des PK 1.
PK1-1.jpg


Der Wertstempel (5 Pfennig, grün).
PK1-2.jpg


Und ein kleiner Blick auf die originale Gummierung, die nun schon etwas brüchig wird.
PK1-3.jpg


Liebe Grüße
Matthias

Beitrag Mo 18. Aug 2014, 16:04

Beiträge: 2537
Eine leider nicht im Katalog abgebildete Württemberger Ganzsache ist die P 18/01 aus dem Jahr 1875. Abgestempelt in Stuttgart am 22.6.1875. Aus einer Grabbelkiste entnommen und gern 1 Euro dafür gegeben. Wertet diese P 18/01 gebraucht doch aktuell gute 30,00 MichelEuro.
württ.1875-1.jpg


Der Wertstempel (2 Kreuzer, violett; grauer Karton) etwas vergrößert.
württ.1875-2.jpg


Liebe Grüße
Matthias


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