Die Bund MiNr. 228 zeigt als Motiv ein Klavichord, hier ein Brief mit einer Mehrfachfrankatur von 2 Exemplaren:
Das Clavichord = Klavichord ist ein Tasteninstrument aus der Familie der Chordophone.
Der Tonumfang des Clavichords betrug anfangs zweieinhalb bis drei Oktaven, seit Mitte des 16. Jahrhunderts etwa vier, in der Spätzeit fünf Oktaven und mehr.
Die Klangerzeugung beruht darauf, dass Saiten mittels sogenannter Tangenten angeschlagen und abgeteilt werden. Die Tangenten sind schmale Metallplättchen oder am oberen Ende flach geschmiedete Metallstäbe, die direkt auf den hinteren Enden von zweiarmigen Tasten sitzen. Wird eine Taste angeschlagen, dann trifft die Tangente die zugehörige Saite an einer bestimmten Stelle und nimmt dabei eine Doppelfunktion ein:
Zum einen erregt sie durch ihren Anschlag die Saite und bringt sie zum Schwingen.
Zum anderen übernimmt sie die Funktion eines Steges, der die klingende Länge der Saite in einer Richtung, im Regelfall links, begrenzt. In die andere Richtung (im Regelfall rechts) begrenzt ein fester Steg die Länge der Saite, der auch für die Schwingungsübertragung auf den Resonanzboden verantwortlich ist.
Damit der zweite, links der Tangente liegende Teil der Saite nicht mitklingt, wird dieser mit durch die Saiten geflochtene Filz- oder Tuchstreifen abgedämpft.
Der angeschlagene Ton klingt genau so lange, wie die Taste gedrückt ist, also die Tangente an der Saite anliegt.
Wird die Taste losgelassen, löst sich die Tangente wieder von der Saite; der klingende und der mit einem Filzstreifen abgedämpfte Teil der Saite fallen wieder ungetrennt zusammen und der Dämpfungseffekt tritt ein.
Wolfgang Amadeus Mozart besaß Clavichorde und benutzte sie als Reiseinstrumente und zum Komponieren.
Doch nun zurück zum gezeigten Beleg. Da dieser Brief mehr als 20 g wog betrug das Porto statt der verklebten 20 Pf korrekter Weise 40 Pf. Das Eineinhalbfache der fehlenden 20 Pfennig, also 30 Pfennig, wurden als Nachgebühr vom Empfänger eingezogen, bevor dieser den Beleg ausgehändigt bekam.
Liebe Grüße
Rüdiger