Foren-Übersicht Fragen und Diskussion Motive/Thematik Geschichte Mittelalter Redewendungen des Mittelalters "Etwas auf die hohe Kante legen"

"Etwas auf die hohe Kante legen"

Moderator: Rüdiger


Beitrag So 2. Aug 2015, 20:32

Beiträge: 17401
Adlige Burgbewohner hatten im Mittelalter meist ein Kastenbett mit hohen Seitenwänden und einem flachen Dach.

Bei den Bauern wurden später Himmelbetten Mode, die einen Baldachin aus Stoff und Gardinen rundherum hatten.

Himmel und Vorhänge sollten, genauso wie die Kastenbetten, verhindern, dass unter der Zimmerdecke krabbelndes Ungeziefer wie Wanzen und Spinnen sich ins Bett fallen ließ.

Auch wollte man die Kälte in den ungeheizten Schlafzimmern ungern in die Schlafstatt und gleichzeitig die Wärme hinauslassen.

Oben am Baldachin gab es an der Innenseite meist ein umlaufendes schmales Brett, auf dem man Erspartes "auf die hohe Kante" legen konnte, ein vermeintlich sicherer Aufbewahrungsort.

Da dieses Versteck aber sogar Gegenstand einer Redensart geworden ist, darf bezweifelt werden, dass hier die Wertsachen wirklich sicher aufgehoben waren.

In manch einem Bett gab es daher Geheimfächer, um Geld tatsächlich sicher aufzubewahren.

Man legte also in früheren Zeiten tatsächlich in vielen Fällen das Geld einfach "auf die hohe Kante" eines Möbelstücks.

Heute benutzt man diesen Spruch im übertragenden Sinn für Geld sparen.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 2. Aug 2015, 20:34

Beiträge: 17401
In Südafrika erschien dieser Kleinbogen, der antike Möbel zeigt:

IMG_0004 - Kopie.jpg
Dabei findet sich oben in der Mitte auch ein Himmelbett, welches sich zur Illustration der "hohen Kante" gut eignet:

IMG_0004.jpg
Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 2. Aug 2015, 20:38

Beiträge: 17401
Sofern man dieses Motiv noch etwas extravaganter darstellen möchte bietet sich ein solches Original Fotoessay aus dem UPU-Archiv an:

IMG_0003.jpg
Liebe Grüße
Rüdiger


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