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Doppelzensuren

Moderator: Rüdiger


Beitrag Fr 15. Mai 2015, 20:58

Beiträge: 17401
Hier ein Paar der MiNr. 84, ultramarin/schwarz, gezähnt L 12, auf einem Brief per Einschreiben von Schumen in Ostbulgarien, bulgarisch "Шумен" am 25. 02. 1916 über das Grenzpostamt Russe, bulgarisch "Русе" nach Leipzig:

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Der Beleg wurde in Bulgarien von der "военна цензура комисия = Militär Zensur Kommission" in Sofia mit einer Briefverschlußmarke versehen.

Der Beleg wurde in Breslau laut rückseitigem violettem Stempel oben "Militärischerseits unter Kriegsrecht geöffnet. Breslau 4. III. 1916 Überwachungsoffizier" und mit zwei Klebezetteln "Kaiserliche Bahnpost No. 5." wieder verschlossen.

Am 05.03.1916 kam der Brief laut rückseitig als Ankunftsstempel abgeschlagenem Kreisstegstempel mit Gitterbögen oben und unten an seinem Bestimmungsort "LEIPZIG 1" an.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Sa 19. Sep 2015, 23:47

Beiträge: 17401
Dieser Brief wurde per Einschreiben am 12.01.1918 in "BIZERTE" in Tunesien aufgegeben:

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Der Beleg durchlief die serbische Militärzensur, wo ein selten zu findender zweizeiliger Rahmenstempel "CENSURE MILITAIRE SERBA A" abgeschlagen wurde.

In der französischen Zensurstelle in Marseille wurde der Beleg linksseitig geöffnet und nach erfolgter Prüfung mit einem Verschlußzettel wieder verschlossen, was vorderseitig sowie rückseitig ovale Prüferstempel "309" dokumentieren.

Die Frankatur wurde augenscheinlich in einer der Zensurstellen entfernt, um den Beleg auch unter der Frankatur zu prüfen.

Laut rückseitigem Ankunftsstempel kam der Beleg dann am 06.02.1918 an seinem Bestimmungsort Genf an.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 3. Jan 2016, 17:27

Beiträge: 17401
Dieser Brief wurde vom Absender "DEUTSCHE BANK, BERLIN" am 14.09.1914 in Berlin aufgegeben:

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Der offen eingelieferte Brief wurde in Berlin in der "ÜBERWACHUNGSSTELLE DES GARDEKORPS BERLIN" geprüft und nach erfolgter Prüfung verschlossen, was ein Verschlußstempel sowie ein daneben abgeschlagener Stempel mit der Unterschrift des Überwachungsoffiziers "Krüger" dokumentieren.

Der nach "Straßburg i. Els." adressierte Brief wurde entsprechend in Straßburg im Elsaß erneut geprüft, was ein Kontrollstempel auf der Vorderseite "Straßburg (Els.) 1 P.K. Geprüft und zu befördern" dokumentiert.

In Straßburg erwies sich der Brief dann als nicht zustellbar und wurde weitergeleitet nach "Zürich postlagernd".

In Zürich am 20.09.1914 angekommen wurden rückseitig ein Vermerk "Nach Zürich postlagernd (Namenszeichen) 20/9" sowie ein Tagesstempel "ZÜRICH BRIEFTRÄGER I." angebracht.

Am 21.09.1914 um 8 Uhr früh kam der Brief beim Ausgabeschalter für postlagernde Sendungen in Zürich an und es wurde rückseitig ein Tagesstempel "ZÜRICH 1 POSTE RESTANTE" angebracht sowie vorderseitig als bei der Abholung zu zahlende Lagergebühr "15" (Rappen) in Blaustift vermerkt wurde.

Noch am selben Tag wurde der Brief am 21.09.1914 um 11 Uhr abgeholt gegen Zahlung der Lagergebühr in Höhe von 15 Rappen, die per Portomarke erhoben wurde, welche mit entsprechendem Tagesstempel entwertet wurde.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Mi 24. Aug 2016, 22:19

Beiträge: 17401
Portofreie Kriegsgefangenenpost, die, adressiert nach Belfort in Frankreich, am 02.06.1917 in Sofia in Bulgarien von einem französischen Kriegsgefangenen aufgegeben wurde:

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Der Beleg wurde in Bulgarien von der "военна цензура комисия = Militär Zensur Kommission" in Sofia mit einer Briefverschlußmarke versehen, was ein roter Prüfstempel dokumentiert:

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Anschließend durchlief der Beleg die französische Militärzensur in Belfort, worauf ein vorderseitig sowie rückseitig abgeschlagener Ovalstempel "53" in Violett hinweist. In der Zensurstelle Belfort waren die Nummern 51 bis 100 in Gebrauch!

Auch der Inhalt dieses Beleges ist der Nachwelt erhalten geblieben:

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Liebe Grüße
Rüdiger


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