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Auslandsbriefprüfstelle Wien - Kennbuchstabe "g"

Hier sollen Zensurbelege aller Art gezeigt werden, die von und nach Bulgarien gelaufen sind

Moderatoren: Rüdiger, Kasper



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Dieser nach Sofia adressierte Brief wurde am 17.01.1941 in Breslau aufgegeben:

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In der ABP Wien wurde der Brief linksseitig geöffnet und nach erfolgter Zensur mit einer Banderole, 30 mm breit, "Geöffnet" abwechselnd oben und unten stehend, Landsmann GV2.4, wieder verschlossen.

In der ABP Wien wurde ein Maschinenprüfstempel in Rot mit vier gleich langen Linien, Schrift Antiqua, Landsmann GPM1.2 abgeschlagen.

Rückseitig erfolgte diagonal von links unten nach rechts oben eine chemische Zensur mit einer Chemikalie, die einen gelblichen Pinselstrich zurückgelassen hat.

Vorderseitig dürfte links ebenfalls eine chemische Zensur durchgeführt worden sein, die auf dem Umschlag nunmehr wie ein vorderseitiger "Wasserschaden" aussieht. Dass der Umschlag an dieser Stelle bei Abschlag des Maschinen-Prüfstempels nass war dürfte der Grund dafür sein, dass dieser auf der Rückseite gestochen scharf abgeschlagene Maschinen-Prüfstempel auf der Vorderseite kaum lesbar abgeschlagen wurde!!!

Liebe Grüße
Rüdiger


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Dieser nach Kiel adressierte, am 02.08.1943 in Sofia in Bulgarien per Einchreiben aufgegebene Brief wurde in der Auslandsbriefprüfstelle Wien linksseitig geöffnet und nach erfolgter Zensurierung mit einem Verschlußstreifen, Landsmann GV2.4, wieder verschlossen, was mit einem Prüfstempel in Rot, Landsmann GP1.5, dokumentiert wurde:

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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 22. Mai 2016, 21:25

Beiträge: 17399
Diese nach Nordhausen in Deutschland adressierte Auslandsdrucksache wurde portorichtig frankiert mit 1 Leva und durchlief die ABP Wien, wo rückseitig ein Maschinenstempel, katalogisiert als Landsmann GPM1.5, abgeschlagen wurde:

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Liebe Grüße
Rüdiger


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Diese am 02.05.1941 geschriebene, nach Elsterberg im Vogtland adressierte Postkarte wurde am 03.05.1941 in Sofia aufgegeben:

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Da der Maschinenstempel in Sofi als Aufgabestempel kopfstehend abgeschlagen worden war erfolgte die Entwertung der verklebten Freimarke per Tagesstempel am 13.05.1941 in Plauen im Vogtland.

Zuvor war in der ABP Wien ein Maschinenprüfstempel in Rot mit zwei Linien im Abstand von 13 mm, Landsmann GPM1.4.1., abgeschlagen worden.

Inhaltlich nimmt der Beleg Bezug auf den Balkanfeldzug, der kurz zuvor in Jugoslawien sowie Griechenland stattgefunden hatte.

Im Balkanfeldzug während des Zweiten Weltkrieges griff die deutsche Wehrmacht am 06.04.1941 das Königreich Jugoslawien und das Königreich Griechenland an und besetzte beide Länder innerhalb weniger Wochen.

Die Invasion der Wehrmacht wurde von italienischen und ungarischen Truppen unterstützt.

Am 17.04.1941 kapitulierten die jugoslawischen Streitkräfte, Griechenland am 23.04.1941.

Die Kämpfe auf der Insel Kreta, wo britische Truppen gelandet waren, zogen sich bis zum 01.06.1941 hin.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Dieser nach Leipzig adressierte Brief wurde am 09.08.1940 in Sofia aufgegeben:

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Auf dem Brief wurden als Zusatzleistungen Einschreiben, Express = Eilzustellung sowie Luftpost vermerkt.

Frankiert wurde der Beleg mit 39 Leva in Form einer Mischfrankatur bestehend aus je einer MiNr. 367, MiNr. 376 sowie MiNr. 385.

Der Beleg durchlief die für Post aus Bulgarien zuständige ABP Wien, wo er rückseitig geöffnet und nach erfolgter Prüfung mit dem von Mai 1940 bis August 1944 üblichen Verschlussstreifen, Landsmann GV2.4, wieder verschlossen wurde, was ein Handprüfstempel in Rot, Landsmann GP1.2, dokumentiert.

Am 13.08.1940 kam der Brief an seinem Bestimmungsort Leipzig an.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Dieser nach Kassel adressierte, am 21.05.1940 in Gorna-Orehovitza in Bulgarien per Einschreiben aufgegebene Brief wurde in der Auslandsbriefprüfstelle Wien rückseitig geöffnet und nach erfolgter Zensurierung mit einem Verschlußstreifen, Landsmann GV2.4, wieder verschlossen, was mit einem Prüfstempel in Rot, Landsmann GP1.2, dokumentiert wurde:

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Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Hier ein Zensurbrief, aufgegeben 1942 in Sofia mit Entwertung per Maschinenstempel:

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Der Beleg durchlief die für Post aus Bulgarien zuständige Auslandsbriefprüfstelle Wien, wo er linksseitig geöffnet und nach erfolgter Prüfung mit einem neutralen Streifen der Briefverschlussvorrichtung, 20 mm breit, hellbraunes Papier, 45° diagonal geriffelt, Landsmann GV6.2verschlossen wurde, was ein Stempel der Briefverschlussvorrichtung in Rot dokumentiert, v-förmige Blätter, Landsmann GPB1.2, dokumentiert.

Interessant finde ich die Angabe "Bayerische Ostmark" in der Adresse, eine nach dem Ersten Weltkrieg eingeführte Bezeichnung für Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken, die namensgebend für den 1933 gebildeten NS-Gau "Bayerische Ostmark" wurde.

Der früh- und hochmittelalterliche Begriff der "Mark" als wehrhafter Grenzregion wurde im 19. Jahrhundert unter nationalistischen Vorzeichen wieder aufgegriffen und nach 1918 für das wirtschaftlich schwache Ostbayern verwendet, das man durch die neu gegründete Tschechoslowakei bedroht sah.

Der oberfränkische Gauleiter und Reichswalter des Nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbundes (NSLB), Hans Schemm (1891-1935), konnte 1933 die Gründung des NS-Gaus "Bayerische Ostmark" durchsetzen.

Gauhauptstadt wurde Bayreuth, die gleichzeitig auch Sitz des NSLB war.

Schemm und die Gauleitung entfalteten in den folgenden Jahren große Initiativen, um das "Ostmarkbewusstsein" zu fördern (Ostmarklied, Ostmarkstraße, Ostmarkverlag).

1942 wurde der Gau, der infolge der NS-Eroberungspolitik nicht mehr im Grenzgebiet lag, in "Gau Bayreuth" umbenannt.

Nach 1945 verschwand der Kunstbegriff "Bayerische Ostmark" weitgehend.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Dieser nach "Wien Deutschland" adressierte Luftpostbrief wurde portorichtig mit 12 Lewa frankiert am 30.06.1942 in dem bulgarischen Dorf Копривец = KOPRIVETZ aufgegeben:

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In der ABP Wien wurde der Beleg linksseitig geöffnet und nach erfolgter Prüfung mit einem Verschlussstreifen aus braunem Papier wieder verschlossen, was ein Maschinenprüfstempel mit zwei roten Linien im Abstand von 12 mm dokumentiert:

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Am 06.07.1942 kam der Beleg laut rückseitig abgeschlagenem Tagesstempel dann beim Bestimmungspostamt in Wien an.

Liebe Grüße
Rüdiger

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