Foren-Übersicht Fragen und Diskussion Motive/Thematik Geschichte Mittelalter Glastonbury Thorn und der Heilige Gral

Glastonbury Thorn und der Heilige Gral

Moderator: Rüdiger



Beiträge: 17400
Nach einer Legende sammelte Josef von Arimathäa bei der Kreuzigung das Blut Christi in einem Kelch. Das Blut stammte der Legende zufolge aus der Seitenwunde, die ein römischer Hauptmann laut den Evangelien Jesus mit einer Lanze zugefügt hatte, der Kelch vom letzten Abendmahl.

Die apokryphen Acta Pilati (5. Jahrhundert) schreiben die Geschichte des Josef von Arimathäa fort.

Als der Leichnam Jesu nach der Auferstehung aus dem Grab verschwunden war, wurde Josef von Arimathäa verhaftet, des Raubes des Leichnams beschuldigt und zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Kerker erschien ihm Christus, übergab ihm den Kelch des letzten Abendmahls und bestimmte Josef von Arimathäa zum Hüter. Der heilige Josef soll nur wegen der Kraft des Kelches den Kerker überlebt haben. Jeden Tag kam eine Taube und legte ein Stück Brot darauf.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis soll der greise Josef seiner Heimat den Rücken gekehrt haben. Danach soll Josef (oder sein Schwager Bron mit seinem Sohn Alan) den Gral nach England gebracht und dort eine Kapelle in Glastonbury in Somerset, errichtet haben. Diese brannte 1184 ab und wurde durch den Bau der Abtei von Glastonbury ersetzt. Heinrich VIII. zerstörte diese Abtei im Jahre 1539, weshalb von ihr nur noch Ruinen erhalten sind.

Die Gralslegende berichtet außerdem, dass Josef von Arimathäa bei seiner Ankunft in Glastonbury seinen Wanderstab in die Erde gesteckt habe. Dieser trieb aus und es wuchs ein Dornbusch daraus. Jahrhundertelang soll der in der kleinen Kirche zweimal im Jahr, zur Weihnachts- und zur Osterzeit geblüht haben. Traditionell wird der Glastonbury Thorn für den aus dem Stab des heiligen Josef von Arimathäa gewachsenen Dornbusch angesehen. Dass der Busch zweimal im Jahr blüht, ist für Weißdornbüsche sehr ungewöhnlich.

Diese Sondermarke aus Großbritannien stellt diesen Glastonbury Thorn dar:

IMG_0009 - Kopie.jpg
Nach einer anderen Legende soll Josef den Gral am Fuße des Glastonbury Tor vergraben haben. An dieser Stelle sei dann die eisenhaltige Quelle Chalice Well („Quelle des Kelches“) entstanden; die rötliche Farbe des Wassers wird mit dem Blut Christi in Verbindung gebracht.

Der Kelch wurde in zahlreichen Legenden als Heiliger Gral zum Gegenstand der Suche vieler Ritter.

In einer dieser Überlieferungen ist es Galahad vergönnt, den Gral zu schauen, den ihm in einer Erscheinung der heilige Josef von Arimathäa überreichte.

Liebe Grüße
Rüdiger

Zurück zu Mittelalter