Mo 2. Nov 2015, 00:22
Erzbischof Heinrich I. stattete den Hauptmarkt in Trier 958 mit dem Marktkreuz als Hoheitszeichen aus:
Über dem Blattkapitell trägt es in 3 m Höhe die lateinische Inschrift „Henricus archiepiscopus Treverensis me erexit“ = "Der Trierer Erzbischof Heinrich hat mich errichtet".
Das Palmetten-Lotus-Kapitell, welches das Marktkreuz trägt, wurde in karolingischer Zeit hinzugefügt.
Auf der Vorderseite des Marktkreuzes findet sich ein Abbild des Lamm Gottes mit einem Kreuzstab und einem Siegesbanner.
An den Seiten des Marktkreuzes wurden eine Darstellung des heiligen Petrus und eine Sonnenuhr eingefügt.
Auf der Rückseite ist die Inschrift „Renovatum 1724“ eingemeißelt.
Das Kreuz steht auf einer alten römischen Säule, die ab 1200 auch als Pranger diente, der als Symbol für das Marktgericht stand. Noch heute sind vier eingeschlagene Löcher zu erkennen, an denen Ketten mit Halseisen, Fußfesseln und Schandstein befestigt waren.
Mittlerweile befindet sich auf der Säule nur noch eine Kopie des mittelalterlichen Marktkreuzes.
Das Original, historisch für die Topographie des Hauptmarktes als religionspolitisches Hoheitszeichen sowie als Friedens- und Rechtsmal von großer Bedeutung, wird seit 1964 im Städtischen Museum Simeonstift ausgestellt.
Das Trierer Marktkreuz ist das wahrscheinlich älteste unter den mittelalterlichen Marktkreuzen Europas, die zum großen Teil in Belgien und Frankreich erhalten sind.
Seit dem 01.12.1979 steht das Marktkreuz an seinem heutigen Standort. Im Jahr 2004 erhielt es nach einem Farbkonzept von Rainer Thelen seinen farbigen Anstrich wieder.
Liebe Grüße
Rüdiger