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Preußen - Einstieg in eine Sammlung per Selbstversuch

Aller Anfang ist schwer, gerade bei einem klassischen Sammelgebiet wie dem altdeutschen Staat Preußen.
Hier werden Tipps für Neueinsteiger in dieses interessante und umfangreiche Sammelgebiet gegeben, um Euch den Einstieg möglichst einfach zu machen.

Moderator: Rüdiger



Beiträge: 17399
Mit dieser für 29 Euro inklusive Porto gekauften MiNr. 7 nehmen wir eine weitere Hauptnummer in die Sammlung auf:

http://www.ebay.de/itm/111117761508?_tr ... EBIDX%3AIT

Hier die heute angefertigten Scans dieser Marke:

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IMG_0001.jpg
Der Vierringstempel "1065" kam in Nordhausen zum Einsatz.

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Soeben vom heutigen Großtauschtag in Köln-Mülheim zurück möchte ich Euch die heutigen Errungenschaften von dort nicht vorenthalten.

Bei einem Händler konnte ich aus einer riesigen Markenkiste neben zahlreichen anderen interessanten Stücken auch drei Marken von Preussen erwerben, wobei dort jedes Stück zum Pauschalpreis von 1,50 Euro angeboten wurde:

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Hier die heutigen Scans einer MiNr. 18 als Briefstück mit Rahmenstempel "BREMEN 20 8 * 6-7", also mit Stundenzahlen:

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Der hier eingesetzte Rahmenstempel sieht fast genauso aus wie der im preussischen Postamt in Bremen ab 1852 eingesetzte Stempel, der wie in diesem Beispielbild aussah:

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Interessant daran ist, das der preussische Rahmenstempel einen Zusatz "VM" für vormittags oder "NM" für nachmittags enthält, der bei dem hier eingesetzten Stempel fehlt!

Die Erklärung dafür ist relativ einfach (natürlich nur dann, wenn man es weiß!):

Der Vorsteher der Bremer Stadtpost besorgte seit dem 01.01.1824 auch die preussische Post und nahm es dabei mit den jeweils einzusetzenden Stempeln nicht allzu genau.

So hat er bei dieser Marke dem bremischen Stempel der Stadtpost zur Entwertung der preussischen Marke benutzt, der dem preussischen Rahmenstempel sehr ähnlich sieht, dem jedoch der Zusatz zur Stundenangabe "VM" oder "NM" fehlt!

Diese Fremdverwendungen der Stempel kamen in Bremen recht häufig vor, also Augen auf bei Tausch und Kauf, dann kann man ein solches hübsches Stück auch heute durchaus noch am Markt für relativ kleines Geld "finden"!

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Hier kommt die zweite Marke zu 1,50 Euro aus der bereits erwähnten Grabbelkiste von:

IMG_0002.jpg
Es handelt sich um eine MiNr. 14 auf einem Briefstück, entwertet per Zweikreisstempel "BERLIN 26 8 64".

Hier die soeben angefertigten Scans der Marke:

IMG_0002 - Kopie (3).jpg
IMG_0003 - Kopie.jpg
Die Ecke rechts unten ist bedingt durch die erfolgte Markentrennung vom Bogen etwas "rund", was mich bei dem günstigen Kaufpreis jedoch in keinster Weise stört!

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Und hier kommt die dritte Marke aus dieser Quelle, ebenfalls heute für 1,50 Euro erstanden:

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Es handelt sich um eine MiNr. 4 entwertet mit Vierringstempel "1161" = Prenzlau.

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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 31. Aug 2014, 22:34

Beiträge: 17399
Diese MiNr. 16 als Einzelfrankatur portorichtig bei einem Gewicht von unter 1 Loth und einer Entfernung von bis 10 Meilen auf einem Brief von Breslau nach Reichenbach in Schlesien vom 05.04.1867 konnte ich heute für 3 Euro beim Großtauschtag in Köln aus einer Grabbelkiste befreien:

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Der Rahmenstempel "BRESLAU FREIBURGER BAHNHOF" zeigt einen ungewöhnlich weiten Abstand zwischen der Tagesangabe "5" und der Monatsangabe "4".

Die Breslau–Schweidnitz–Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft (BSF) wurde 1841 in Breslau gegründet und wuchs bis zu ihrer Verstaatlichung am 01.07.1886 zu einem bedeutenden Verkehrsunternehmen mit einem Schienennetz von über 600 Kilometern Länge an.

Ausgangspunkt der ersten Strecke war der Freiburger Bahnhof in Breslau, der Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien.

Von hier konnte man ab 29.10.1843 in südwestlicher Richtung bis zu der Kleinstadt Freiburg in Schlesien (58 km) am Fuße des Eulengebirges fahren.

Von der Zwischenstation Königszelt zweigte am 21.07.1844 eine 10 km lange Nebenbahn nach der bedeutenden Kreisstadt Schweidnitz ab.

Die Stammstrecke erreichte erst am 01.03.1853 den Bahnhof Altwasser (70 km) im Waldenburger Kohlenrevier mit einem Gütergleis bis zum Wrangelschacht, während die Nebenstrecke am 24.11.1855 bis Reichenbach in Schlesien und am 01.11.1858 bis Frankenstein verlängert wurde und damit 50 km umfasste:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... schaft.png

Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Ebenfalls für 3 Euro aus der Grabbelkiste beim heutigen Großtauschtag in Köln stammt dieser Brief:

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Der Brief wurde am 01.03.1864 beim Preussischen Postamt in Hamburg aufgegeben und die MiNr. 18 wurde per Zweikreisstempel "HAMBURG 1 3 5-6" entwertet. Die Marke wurde vom Prüfer "Flemming" als die häufigere Farbe "a" geprüft. Diese Prüfung hätte man sich ohne weiteres auch schenken können, denn diese Marke erschien in der selteneren Farbe "b" erst 1865!

Der Brief ist adressiert nach "Eybau" gleich dem heutigen Eibau. Dieses liegt im Landkreis Bautzen, weshalb der Beleg am 02.03.1864 rückseitig einen Zweikreisstempel "BAUTZEN 2 MRZ. 64" als Durchgangsstempel erhielt.

Eybau gehörte seit 1856 zum Gerichtsamt Ebersbach, weshalb rückseitig ein Zweikreisstempel EBERSBACH als Durchgangsstempel abgeschlagen wurde. Schließlich und endlich wurde am 03.03.1864 in Eybau ein Einkreisstempel als Ausgabestempel der "2." Ausgabe abgeschlagen.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Fr 5. Sep 2014, 23:15

Beiträge: 17399
Diese breitrandige MiNr. 8 gestempelt "HALLE BAHNHOF" kostete aktuell bei ebay 13,70 Euro inklusive Porto:

http://www.ebay.de/itm/291226397552?_tr ... EBIDX%3AIT

Hier die heutigen Scans:

IMG.jpg
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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Fr 5. Sep 2014, 23:25

Beiträge: 17399
Dieses Exemplar für die Sammlung kostete 25 Euro inklusove Porto:

http://www.ebay.de/itm/271573823803?_tr ... EBIDX%3AIT

Hier die heutigen Scans:

IMG - Kopie.jpg
IMG_0001 - Kopie.jpg
Liebe Grüße
Rüdiger


Beiträge: 17399
Ein Brief der ersten Markenausgabe fehlte in dieser Einstiegssammlung bisher noch.

Hier habe ich eine MiNr. 4 als EF auf einem Brief von Cottbus nach Kuttenberg für 21,50 € inklusive Porto erstanden:

http://www.ebay.de/itm/361022829973?_tr ... EBIDX%3AIT

Die Freimarken der ersten Ausgabe mit dem gegitterten Markenhintergrund nahmen die Stempelfarbe sehr schlecht an. Dieses war der Grund dafür, daß die preußische Post die Vierringstempel einführte, die sie selbst als "Vernichtungsstempel" bezüglich der Freimarke bezeichnete und die auch nur zum Stempeln der Freimarke zum Einsatz kommen sollten.

Es bedeutete somit wie bei diesem Beispiel zu sehen doppelte Arbeit, daß jeder Brief zweimal gestempelt werden mußte, zum ersten die Frankatur mit dem Ringstempel und zum zweiten der Beleg mit dem Ortsstempel.

Der Umständlichkeit dieses Verfahrens wurde dahingehend Rechnung getragen, daß am 05.05.1857 verfügt wurde, bei den Marken zu 4 Pfennig nicht mehr unbedingt den Ringstempel zu benutzen.

Diese Bestimmung wurde am 13.06.1857 auch auf die Marken zu 6 Pfennig ausgedehnt, sofern diese sich auf Steifbändern befanden.

Erst ab dem 01.04.1859 wurde verfügt, daß das Entwerten der Marken allgemein nur mit dem Aufgabestempel genügte. Die allenfalls zu dieser Zeit noch im Postverkehr vorkommenden Marken der 1. Ausgabe, die im Königreich Preußen unbegrenzt gültig waren, sollten jedoch nach wie vor mit dem Ringstempel entwertet werden, "weil sich der Aufgabestempel auf diesen Marken meist nicht leserlich ebdrücken läßt".

Nun aber zurück zu unserem Brief. Hier die heutigen Scans davon:

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Der Brief wurde am 25.02.1854 in COTTBUS aufgegeben, wo ein Rahmenstempel mit Stundenangabe "6-7" abgeschlagen und die Freimarke mit dem Cottbus zugeordneten Vierringstempel "270" entwertet wurde.

Der nach "Kuttenberg in Böhmen" adressierte Brief kam laut rückseitig abgeschlagenem Ankunftsstempel dort am 27.02.1854 an.

Außerdem finden sich rückseitig ein Einkreisstempel "BODENBACH 26 2" sowie zwei weitere, leider nicht lesbare Stempel.

Bodenbach ist heute ein Stadtteil von Děčín = Tetschen, das an der Grenze von Deutschland zu Tschechien liegt.

Auf der linken Elbseite befanden sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur einige kleine unbedeutende Siedlungen, die sich 1850 zum Ort Bodenbach zusammenschlossen. Ein Jahr später wurde am 06.04.1851 der letzte von Krippen nach Bodenbach führende Abschnitt der Dresden-Bodenbacher Eisenbahn in Betrieb genommen. Auf dieser Strecke dürfte der Beleg also über Sachsen nach Böhmen transportiert worden sein und in Bodenbach befand sich das Grenzübergangspostamt.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 7. Sep 2014, 10:55

Beiträge: 17399
Zu einem Preis von 23,50 € inklusive Porto konnte ich mit dieser MiNr. 25 die vorletzte Hauptnummer unserer Sammlung dokumentieren:

http://www.ebay.de/itm/301300368383?_tr ... EBIDX%3AIT

Hier die heute angefertigten Scans dieser Marke:

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Dieses Exemplar wurde am 13.07.1867 mit einem dreizeiligen Rahmenstempel "FRANKFU(RT) POSTEXPE(DITION)" entwertet.

Der ehemalige Bundesprüfer Kastaun hat das Stück als MiNr. "25a" geprüft und seinen Prüferstempel direkt an den unteren Markenrand gesetzt, was bedeutet, daß diese Marke ohne jeglichen Mangel ist.

Wie fast erwartet erweist sich somit als letzte in dieser Einsteigersammlung noch zu dokumentierende Hauptnummer die MiNr. 21 als schwierigste Marke des Sammelgebietes Preußen.

Liebe Grüße
Rüdiger

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