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Preußen - markenlose Briefe

Moderator: Rüdiger


Beitrag Fr 23. Mai 2014, 18:00

Beiträge: 2537
Dieser markenlose Brief wurde in Magdeburg geschrieben und aufgegeben. Adressiert nach Berlin, kam er dort am 24.5. zwischen 7 – 9 vormittags an.
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Wenn der Forschungsstand nicht grundlegend Neues zu vermelden hat, sollte es sich bei diesem Stempelgerät nach Freye/Magdeburg um einen Aufgabestempel der Annahmestelle des Bahnhofs am Fürstenwall handeln.

Nach Münzberg (Teil 5, 1978) soll es drei Stempelgeräte gegeben haben, die alle drei ab etwa 1851 nachweisbar sein sollen, aber einfach unterscheiden lassen. Einmal nach der Stellung des B von Bahnhof unter Magdeburg und zweitens nach dem Stern (5-strahlig, 6-strahlig stehend, 6-strahlig liegend).
preussen-markenloserbrief-2.jpg


Wobei zu beachten wäre, dass es Autoren gibt, die alle Elemente der Datumszeile als wechselbare Stecktypen ansehen, also demnach auch den „Stern“. Wogegen der zweizeilige Text als unstreitig „fix“ gilt.

Was die Beförderung dieses leichtgewichtigen Briefes gekostet hat, es wurde sehr dünnes blaues Briefpapier benutzt, kann man sicher ohne Schwierigkeiten erkennen und selbst recherchieren. Der Eigenrecherche soll dem jungen Sammler gerne Raum gelassen werden.

Liebe Grüße
Matthias

Beitrag So 17. Aug 2014, 22:36

Beiträge: 17399
Dieser "An die Polizei-Verwaltung zu Stargardt i/Pom." adressierte Brief wurde, als "Kgl. D. S." = "Königliche Dienst Sache" portofrei, am 12.08.1867 in Berlin bei der Stadtpost-Expedition Nummer 12 aufgegeben, wo ein Tagesstempel in Blau abgeschlagen wurde:

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Die Berliner Stadtpost-Expedition Nummer 12 befand sich seit 1861 in der Zimmerstrasse 39.

Im Jahr 1873 erfolgte eine weitere Reorganisation des Berliner Postwesens, bei der zur besseren Zuordnung der Postbezirke Großbuchstaben vor die Ziffern der Stadtpost-Expeditionen gesetzt wurden, die sich an der Himmelsrichtung (Lage zum Stadtzentrum) orientierten.

Liebe Grüße
Rüdiger2302


Beiträge: 17399
Dieser Beleg stellt einen am 24.05.1867 aufgegebenen Paketbegleitbrief zu einem Paket von Mönchengladbach nach "Lembeck bei Wulfen" = Dorsten dar. Die Luftlinie zwischen diesen beiden Orten beträgt etwa 75 km, was rund 10 preussischen Meilen entspricht.

Das Paket wurde von dem Absender "C. Krins" aufgegeben und dementsprechend mit dessen Initialen "C.K." signiert.

Als Tagesstempel diente ein Zweikreisstempel mit Stundenangabe "7-8N."

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Vorderseitig wurde ein Klebezettel "aus M =Gladbach" mit der laufenden Nummer "490." angebracht. Die "6" in Blaustift steht für 6 Silbergroschen, die der Empfänger zu zahlen hatte.

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Rückseitig finden sich zwei Ausgabestempel "AUSG. N 1", einer vom 26.05.1867 und einer vom 27.05.1867.

Das Porto für Paketsendungen betrug ab dem 01.07.1852 je Pfund auf je 5 Meilen 1,5 Pfennig. Bei diesem Paket über 10 Meilen also das Doppelte = 3 Pfennig je Pfund. Für das angegebene Gewicht von 23 Pfund somit 69 Pfennig = 5 3/4 Silbergroschen, die in diesem Falle zur Mindestgebühr von 6 Silbergroschen aufgerundet wurden.

Liebe Grüße
Rüdiger2301

Beitrag So 21. Sep 2014, 22:36

Beiträge: 17399
Dieser nach Daber = heute "Dobra" in Pommern adressierte Beleg wurde als "Herrschaftliche Banco Sache" portofrei aufgegeben, wobei zur Dokumentation der Portofreiheit ein zweizeiliger Rahmenstempel "K. P. STETTINSCHES PUPILLEN COLLEG" diente:

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Bei dem Absender handelte es sich nicht etwa um eine Augenklinik, sondern ein Pupillenkollegium = "Pupillen Colleg" war eine preußische Justizbehörde, welcher die Aufsicht über Vormundschaftssachen oblag.

Eine Erstbelegung des Begriffes stammt 1748 aus dem Project einer Sportul-Ordnung und eines Pupillen Collegii, Berlin.

Kollegien dieser Art existierten mindestens bis 1860.

Das Wort ist abgeleitet von lateinisch pupillus = Halbwaise.

Liebe Grüße
Rüdiger2301


Beiträge: 17399
Dieser an "Herrn Dr. Aegidi Mitglied des Reichstags" adressierte Beleg wurde an einem "08.10." in Düsseldorf aufgegeben:

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Laut rückseitigem Ankunftsstempel in Blau kam der Beleg in Berlin am 10.10. um 7-9 Uhr vormittags an.

Ludwig Karl James Aegidi, Pseudonym Ludwig Helfenstein, (* 10. April 1825 in Tilsit; † 20. November 1901 in Berlin) war ein deutscher Dichterjurist, Hochschullehrer und Politiker. Er war einer der führenden Burschenschafter.

Von 1867 bis 1868 saß er für die Freikonservative Partei im Reichstag (Norddeutscher Bund). Am 30.09.1868 erlosch sein Mandat wegen einer Beförderung.

Am 26.06.1869 wurde er im Wahlkreis Düsseldorf 7 (Moers–Rees) erneut in den Reichstag gewählt, dem er bis 1870 angehörte.

Der Beleg von Düsseldorf nach Berlin wurde zunächst mit 3 Silbergroschen als Porto belegt, die dann jedoch wieder gestrichen wurden, nachdem erkannt worden war, daß dieser Brief an einen Reichstagsabgeordneten adressiert war.

Reichstagsabgeordnete genossen in Preußen Portofreiheit, was dieser Beleg somit dokumentiert!

Liebe Grüße
Rüdiger2301

Beitrag Di 7. Okt 2014, 21:57

Beiträge: 17399
Portobrief von Hamm nach Soest mit zweizeiligem Rahmenstempel "HAMM 18 9 * 4-5":

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In der linken oberen Ecke wurde "3 3/10" Loth als Gewicht vermerkt, wofür bei einer Entfernung bis 10 Meilen in Preussen ab dem 01.01.1850 ein Porto von "4" Silbergroschen galt, was, wie bei Portobriefen üblich, in Blau vermerkt wurde und die der Empfänger zu zahlen hatte.

Liebe Grüße
Rüdiger2301

Beitrag Do 9. Okt 2014, 22:21

Beiträge: 17399
Bei diesem Beleg handelt es sich um eine portofreie "Kgl. Domainen-S." = Königliche Domänensache, aufgeben am 18.05.1852 in Schwetz:

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Als Aufgabestempel diente ein Einkreisstempel, auch "Fingerhutstempel" genannt.

Liebe Grüße
Rüdiger2301

Beitrag Sa 11. Okt 2014, 08:00

Beiträge: 17399
Dieser "An den Schuster Bernhard Ottmar zu Bettinghausen Gerichtsbezirk Soest" adressierte Beleg wurde an einem 22.02. in HAMM aufgegeben, was ein Zweikreisstempel dokumentiert:

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Vorderseitig links unten findet sich der handschriftliche Vermerk "Hiebei ein Post-Insinuations Dokument frei!" sowie ein Vermerk in roter Tinte.

Rückseitig findet sich eine "1" in Rötel sowie ein Ausgabestempel "23 2". Bei dem nur teilweise erhalten gebliebenen Papiersiegel kann man im Bild auf dem Kopf herun stehend noch lesen "ZU HAMM".

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Mo 20. Okt 2014, 12:03

Beiträge: 17399
Dieser "An die Königliche Regierung zu Cöslin" adressierte Beleg wurde an einem 01.03. in "STETTIN" aufgegeben:

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Links oben ist das Gewicht vermerkt mit "1 Pfund 13 Loth".

Der Beleg war als "Königliche Dienstsache" portofrei.

Vorderseitig links wurde vermerkt "Hiebei eine Mappe in grauem Papier", es handelt sich also um einen Paketbegleitbrief.

Vorderseitig wurde als Ankunftsstempel ein zweizeiliger Rahmenstempel "COESLIN 2 3 * 5 - 6" abgeschlagen.

Rückseitig findet sich ein Siegel des Absenders "KOENIGL. PREUSS OBER PRAESIDIUM v. POMMERN".

Der Oberpräsident einer preußischen Provinz war der oberste Repräsentant der preußischen Krone in der Provinz. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wurde er vom Kurfürst oder König ernannt und war nur diesem verantwortlich.

Ab 1808 bzw. 1815 übte der Oberpräsident im Namen des Königs das Inspektionsrecht, die oberste Aufsicht über die Verwaltung in seiner Provinz aus.

Der Oberpräsident hatte das Recht, sich von den Regierungspräsidenten über alle Belange der Provinz unterrichten zu lassen, er konnte in alle Verwaltungsvorgänge Einblick nehmen und durfte bei Gefahr im Verzug auch selbst eingreifen.

Er übte gegenüber den Regierungspräsidenten und der Verwaltung eine wichtige rechtsstaatliche Kontrolle aus.

Er besaß das Immediatrecht und war lediglich dem preußischen Ministerpräsidenten nachgeordnet.

Nun aber zurück zum Brief:

Siegelseitig findet sich ein Paketnummernzettel "109.", der den Beleg als Paketbegleitbrief dokumentiert.

Siegelseitig ist ein Ra2 mit runden "Ecken" zu sehen. Dieser wurde in Stettin in der Zeit von 1857 bis 1862 bei der Paketaufgabe verwendet. Die Inschrift lautet "NIEDERL: No2.". Somit kann man diesen Beleg auf die Zeit um 1860 datieren.

Ferner findet sich siegelseitig ein Ausgabestempel "AUSG. 2 3 No 3", also vom dritten Bestellgang am 02.03. in Cöslin.

Liebe Grüße
Rüdiger2301

Beitrag Mi 29. Okt 2014, 22:45

Beiträge: 17399
Dieser nach Limburg an der Lenne adressierte Brief wurde an einem 16.06. in OELDE aufgegeben:

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Als Porto wurden 2 Silbergroschen in Blaustift ausgewiesen.

Liebe Grüße
Rüdiger2301

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