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Fälschung zum Schaden der Post

Moderator: Rüdiger


Beitrag So 1. Dez 2013, 00:47

Beiträge: 17389
Auf diesem am 15.09.1948 am Postschalter in Kiel-Hassen aufgegebenen Standardbrief (20 Pf) per Einschreiben (40 Pf) wurde der Post eine Aufdruckfälschung der 15 Pf Ziffernserie mit Bandaufdruck untergeschoben:

IMG_0007.jpg
IMG_0008 - Kopie.jpg
Der diesen Brief annehmende Schalterbeamte bemerkte die Fälschung zum Schaden der Post nicht. Die gefälschte Marke wurde vom BPP Schlegel vorderseitig mit "FALSCH", innen mit "AUFDRUCK FALSCH SCHLEGEL" gekennzeichnet.

Die beiden Marken der Arbeiterserie mit Bandaufdruck sowie die Stempel sind hingegen echt.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 1. Dez 2013, 17:29

Beiträge: 57
Hallo Rüdiger,

interessanter Brief, den du da zeigst! Für mich stellt sich die Frage, wie der Fälscher den falschen Aufdruck aufgebracht hat. Ebenso verstehe ich den Fälscher nicht, der in diesem Fall nur die billigste Marke auf dem Brief gefälscht hat. Mit seiner Technik hätte er sich ja das komplette Porto sparen können.
Vielleicht kannst du mich ja ein wenig aufklären!

Liebe Grüße
BUND

Beitrag So 1. Dez 2013, 18:06

Beiträge: 17389
Hallo BUND,

die Posthörnchenaufdrucke wurden bereits direkt nach ihrem Erscheinen gefälscht, meistens durch Aufdrucke, die mit Gummistempeln aufgebracht wurden. Diese plumpen Fälschungen erkennt man daran, dass die Bommeln unter den Posthörnchen geschlossen sind und kein Loch aufweisen.

In diesem Falle liegt eine deutlich bessere Fälschung vor und ich stimme Dir daher zu, der Fälscher hätte mehr Geld sparen können, wenn er eine Marke mit höherem Nennwert oder gleich alle drei Marken mit dem falschen Aufdruck hergestellt hätte, war doch von der Ziffernserie sowie der Arbeiterserie noch beliebig viel an postfrischem Material verfügbar.

Ich vermute daher, dass diese Fälschung ursprünglich nicht allein zum Schaden der Post gemacht wurde, sondern dass dieser Beleg mit der damals bereits als seltener bekannten Marke der Ziffernserie mit diesem Falschaufdruck für gutes Geld an einen Sammler verkauft wurde, es sich somit also auch um eine Fälschung zum Schaden der Sammler handelte. Immerhin wertet eine echte 15 Pf Bandaufdruck auf Brief aktuell 120 Mi-€!

Nachdem der Brief BPP-geprüft und die Fälschung darauf eindeutig gekennzeichnet wurde bleibt heute somit die genannte Fälschung zum Schaden der Post übrig und ich erfreue mich an diesem für 5 € netto aktuell erworbenen Beleg!

Beitrag Fr 6. Dez 2013, 21:02

Beiträge: 57
Hallo Rüdiger,

danke für deine ausführlichen Erklärungen!

Liebe Grüße
BUND


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