Johann Philipp Reis (* 07.01.1834 in Gelnhausen, Kurfürstentum Hessen; † 14.01.1874 in Friedrichsdorf) war ein deutscher Physiker und Erfinder.
Durch die Entwicklung des ersten funktionierenden Gerätes zur Übertragung von Tönen über elektrische Leitungen gilt er als zentraler Wegbereiter des Telefons.
Im Zuge dieser Entwicklung erfand Reis auch das Kontaktmikrophon und gab seinem Apparat 1861 den Namen "Telephon", der sich später international durchsetzen konnte.
Um die Übertragungsqualität des von ihm entwickelten ersten Telefonapparates zu testen, nahm Philipp Reis Verbindung mit einem Freund auf. Die Worte sollten, für den Fall, dass sie nur unvollkommen ankämen, nicht zu erraten sein. Die Geschichte geht zurück auf einen Lehrer-Kollegen, der in seinen Erinnerungen eine Vorführung im Hause Reis schildert: Reis’ Schwager las am Telefon im Garten ein Buch vor, Reis wiederholte dem Publikum laut den Text, den er dem Empfänger abgelauscht hatte.
Der Kollege konterte, er kenne vielleicht das Buch auswendig:
Deshalb ging ich selbst in den Raum, in dem das Telefon stand, und sprach einige Sätze wie „Die Sonne ist von Kupfer“ oder „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“.
Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst, und dachte, die Sonne sei aus Zucker, aber der Kollege war dennoch überzeugt und so wurde das Telephon erfunden.
Dieses Ereignis würdigte die Deutsche Bundespost am 26.10.1961 mit einer Sondermarke "100 Jahre Telefon von Philipp Reis", hier eine portorichtige EF einer MiNr. 373 als Eckrand 4 mit Formnummer "4" auf Ortsbrief (10 Pf) am 03.05.1962:
Hier eine Abbildung aus der Zeitschrift "Gartenlaube" aus dem Jahre 1863:
Liebe Grüße
Rüdiger