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CCCP - Zahlkarten

Moderator: Rüdiger


Beitrag Mo 20. Apr 2020, 18:12

Beiträge: 75
Wohnort: Braunschweig
Hallo zusammen,

da das Thema dieses Unterforums ja auch "Fragen" beinhaltet, zeige ich euch heute zwei schöne und spannende Belege, an denen man sicher viel zeigen und erklären kann, wenn man denn die Antworten kennt.

Bei mir sorgen die Belege aber derzeit eher für viele Frage als für viele Antworten. Sie passen aber perfekt in mein Exponat, daher würde ich gerne viel viel mehr zu den Belegen wissen.

Es handelt sich anscheinend um die Empfangsquittung-/ bestätigung von Zahlkarten/ Zahlungsanweisungen. Wie lautet die offizielle Bezeichnung?

Beide haben Stempel aus Riga (und zumindest der eine Beleg auch aus einer anderen Stadt), beide sind aus dem Jahr 1968. Ich denke, beide Zahlkarten haben ihren Ursprung in der Lettischen SSR (Teil der Sowjetunion), da sie nicht rein Russisch/ Kyrillisch geschrieben sind und dann ging die Zahlung in Städte in die Russische SSR bzw. an eine andere Person, die auch in Riga wohnt.

Was passierte mit dem oberen Teil des Formulars? Es ist ja anscheinend angetrennt worden.
Vermutlich wurde das vollständige Dokument postintern versendet, an der einen Poststelle wurde Geld eingezahlt und anderswo abgeholt.

Wie wurde der Empfänger informiert, dass er Geld abholen kann? Was passierte, wenn das Dokument auf dem Postweg verloren ging? Wurde es wirklich postintern verschickt und wenn ja, wieso wurde es dann mit Briefmarken frankiert?
Welche Portostufen gibt es und wie lassen sich diese prüfen? Hängen sie vom Jahr des Versands, der Entfernung und der Höhe des Geldbetrags ab, der "überwiesen" wurde? Gibt es hierzu Übersichten? Wer hat ggf. eine Preistabelle?

Die 5-eckigen Stempel auf der Rückseite sind aus Riga, angeblich sind es Transitstempel. Welcher Transit? Wozu diese speziellen Stempel? Was hat es mit dem 6-eckigen Stempel auf sich und wozu die vielen "klasssichen" Poststempel?

Meiner Meinung nach sind es keine alltäglichen Belege. Zumindest habe ich so etwas noch nie zuvor gesehen.
Allein schon die vielen Stempel schüren massive Neugier, dazu die Frage nach den postalischen Vorgängen der damligen Zeit. Diese Belege sind ein Traum und noch traumhafter wäre es, wenn ihr mir helfen könntet, die Geheimnisse dahinter zu lüften.

Danke & viele Grüße
Holger

Beleg 1 Vorderseite:
Beleg 1 Vorderseite.jpg


Beleg 1 Rückseite:
Beleg 1 Rückseite.jpg

Beitrag Mo 20. Apr 2020, 18:13

Beiträge: 75
Wohnort: Braunschweig
Beleg 2 Vorderseite:
Beleg 2 Vorderseite.jpg


Beleg 2 Rückseite:
Beleg 2 Rückseite.jpg

Beitrag Di 21. Apr 2020, 23:06

Beiträge: 8057
Hallo Holger,

Deine "Vorderseiten" sind die Rückseiten und Deine "Rückseiten" die Vorderseiten dieser zwei interessanten Belege.

почто́вый перево́д bedeutet auf Russisch "Postanweisung", d.h. der jeweils genannte Betrag wurde vom Absender bar eingezahlt und an den Empfänger ausgezahlt.

Der Empfänger quittierte den erhaltenen Geldbetrag auf der Rückseite.

Die vom Empfänger zu entrichtende Gebühr wurde am Empfangsort in Postwertzeichen verklebt und per Tagesstempel entwertet.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Di 5. Mai 2020, 13:21

Beiträge: 75
Wohnort: Braunschweig
Hallo Rüdiger,

erstmal danke für deine bisherigen Infos, die schon sehr hilfreich waren. Insbesondere die vertauschten Vorder- und Rückseiten zeigen, dass es noch viel zu lernen gibt über dieses philatelistische Fachgebiet und diese Form der Postanweisungen.

Als "Einstieg " sehr hilfreich und interessant. Kannst du auch noch mehr dazu sagen und die anderen offenen Fragen beantworten?
Insbesondere die Portostufen wären sehr interessant sowie die Stempel. Dies sind die Dinge, die ja quasi auch in jede philatelistische Beschreibung in ein Exponat gehören und ich würde diese schönen Belege gerne in mein Exponat aufnehmen.

Danke & liebe Grüße
Holger


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