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KHM 15 - Hänsel und Gretel

Moderator: Rüdiger


Beitrag So 10. Nov 2013, 22:17

Beiträge: 17401
Hänsel und Gretel sind die Kinder eines armen Holzfällers, der mit seiner Frau im Wald lebt. Als die Not zu groß wird, überredet sie ihren Mann, die beiden Kinder im Wald auszusetzen. Der Holzfäller führt die beiden am nächsten Tag in den Wald. Doch Hänsel hat die Eltern belauscht und legt eine Spur aus kleinen weißen Steinen, anhand derer die Kinder zurückfinden. So kommt es, dass der Plan der Mutter scheitert. Doch der zweite Versuch gelingt: Dieses Mal haben Hänsel und Gretel nur eine Scheibe Brot dabei, die Hänsel zerbröckelt, um eine Spur zu legen. Diese wird jedoch von Vögeln gefressen. Diese Szene ist auf der Jugendmarke zu 7+3 Pf der Deutschen Bundespost MiNr. 369 zu sehen, hier als portorichtige EF auf Standarddrucksache:

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Dadurch finden die Kinder nicht mehr nach Hause und verirren sich.

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 10. Nov 2013, 22:22

Beiträge: 17401
Am dritten Tag finden die beiden ein Häuschen, das ganz aus Brot, Kuchen und Zucker hergestellt ist. Zunächst brechen sie Teile des Hauses ab, um ihren Hunger zu stillen. In diesem Haus lebt jedoch eine Hexe, die eine Menschenfresserin ist. Sowohl in der Urfassung der Brüder Grimm von 1812 als auch in den späteren Ausgaben einschließlich der „Ausgabe letzter Hand“ von 1857 ruft sie in einer Art von Lautmalerei: „Knuper, knuper, kneischen, wer knupert an meinem Häuschen?“

In Ludwig Bechsteins Deutschem Märchenbuch 1856 lautet der Text, abweichend von den Brüdern Grimm: „Knusper, knusper, kneischen! Wer knuspert mir am Häuschen?“. Die Antwort der Kinder dagegen ist bei Bechstein und in der erweiterten Fassung der Brüder Grimm von 1819 identisch: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“.

Diese Szene zeigt die Wohlfahrtsmarke 1961 zu 10 + 5 Pf, MiNr. 370:

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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 10. Nov 2013, 22:25

Beiträge: 17401
Die Hexe lässt sich nicht täuschen, fängt die beiden, macht Gretel zur Dienstmagd und mästet Hänsel in einem Käfig, um ihn später aufzuessen. Diese Szene zeigt der Wert zu 20 + 10 Pf der Wohlfahrtsmarken 1961, MiNr. 371:

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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag So 10. Nov 2013, 22:27

Beiträge: 17401
Hänsel wendet jedoch eine List an: Um zu überprüfen, ob der Junge schon dick genug ist, befühlt die halbblinde Hexe jeden Tag seinen Finger. Hänsel streckt ihr nun jedes Mal einen kleinen Knochen entgegen, um sie zu täuschen. Als sie erkennt, dass der Junge anscheinend nicht fett wird, verliert sie die Geduld und will ihn sofort braten. Die Hexe befiehlt Gretel, in den Ofen zu sehen, ob dieser schon heiß sei. Gretel aber behauptet, zu klein dafür zu sein, sodass die Hexe selbst nachsehen muss. Als sie den Ofen öffnet, schiebt Gretel die böse Hexe hinein. Die Kinder nehmen Schätze aus dem Hexenhaus mit und finden den Weg zurück zum Vater. Die Mutter ist inzwischen gestorben. Nun leben sie glücklich und leiden keinen Hunger mehr.

Die Marke MiNr. 372 zu 40 + 20 Pf der Wohlfahrtsmarken 1961 zeigt die Szene der Rückkehr zum Vater:

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Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Di 12. Nov 2013, 11:02

Beiträge: 320
Hallo @Rüdiger,

die Abkürzung KHM 15 gibt mir Rätsel auf. :) Leider ist nicht jeder so ein Phila-Experte. :(

Gruß

LR/07/576/GL

Beitrag Di 12. Nov 2013, 12:36

Beiträge: 17401
Hallo LR/07/576/GL,

Für die Abkürzung "KHM" braucht man ausnahmsweise mal kein Phila-Experte sein, aber einer für die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, siehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Kinder-_un ... C3%A4rchen

Liebe Grüße
Rüdiger

Beitrag Mo 2. Jun 2014, 20:52

Beiträge: 13
Hier zwei Ersttagsbriefe vom 2. Oktober 1961 mit den Hänsel-und-Gretel-Briefmarken sowie Ersttagsstempeln.

Hänsel und Gretel treffen auf die Hexe vor ihrem Knusperhäuschen. Als Frankatur ist eine 7-Pfennig-Briefmarke mit 3 Pfennig Zuschlag (Hänsel und Gretel gehen durch den Wald; die Vögel fressen die Brotstückchen, die den Nachhauseweg markieren sollen, auf) sowie eine 40-Pfennig-Briefmarke mit 20 Pfennig Zuschlag ( Der Vater begrüßt die zurückgekehrten Kinder) zu sehen.


Hänsel und Gretel 1.jpg



Hier überprüft die böse Hexe, ob Hänsel bereits etwas zugenommen hat. Als Frankatur sieht man auf diesem Ersttagsbrief eine 10-Pfennig-Briefmarke mit 5 Pfennig Zuschlag (Hänsel und Gretel werden von der bösen Hexe ins Knusperhäuschen gelockt.) sowie eine 20-Pfennig-Briefmarke mit 10 Pfennig Zuschlag (Hänsel ist im Käfig eingesperrt).


Hänsel und Gretel 2.jpg

Beitrag Do 25. Sep 2014, 16:40

Beiträge: 52648
Wohnort: Trier
Zum Weltkindertag 2014 wurde am 20.9.2014 in Herford in einer Sonderpostfiliale ein Sonderstempel zum Motiv "Um zu überprüfen, ob der Junge schon dick genug ist, befühlt die halbblinde Hexe jeden Tag seinen Finger. Hänsel streckt ihr nun jedes Mal einen kleinen Knochen entgegen, um sie zu täuschen" geführt. Der Stempel ist bildgleich zur Wohlfahrtsmarke 2014 zu 90 + 40 Cent (MiNr 3057), die hier auch als Frankatur benutzt wurde.

HänselundGretel.jpg

Beitrag So 19. Okt 2014, 18:40

Beiträge: 52648
Wohnort: Trier
Die Wohlfahrtsmarken 2014 mit Motiven aus "Hänsel und Gretel" sind am 6.2.2014 erschienen. Hier der Werte zu 145 + 55 Cent (MiNr 3056). Im Ersttagssonderstempel aus Bonn wird eine Textstelle aus dem Märchen zitiert: Als Hänsel und Gretel vom Lebkuchenhaus der Hexe naschen, fragt diese "Knusper knusper knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?"

HänselundGretel_0002.jpg

Beitrag So 19. Okt 2014, 18:42

Beiträge: 52648
Wohnort: Trier
Hier die Werte zu 60 + 30 Cent (Hänsel und Gretel entdecken im Wald das Haus der Hexe, MiNr 3056) und 90 + 40 Cent (MiNr 3057). Im Ersttagssonderstempel aus Berlin wird die Antwort von Hänsel und Gretel auf die Frage der Hexe zitiert: "Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!"

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