Neben den Landespostausgaben und den Ausgaben für das Wilna-Gebiet gibt es eine ganze Reihe von Lokalausgaben. Eine davon ist die Rakischki-Überdruckausgabe. Diese wurde vom damaligen Postmeister veranlasst. Die Marken wurden mit dem dreizeiligen Aufdruck "Laisvas / 1941 - VI - 27 / Rokiskis" überdruckt. Bei dem Datum handelt es sich um den Eroberungstag. Insgesamt wurden acht Werte (2Kop. - 60Kop.) mit schwarzer (a) und roter (b) Aufdruckfarbe überdruckt.
Die vielen Aufdrucktypen, Aufdruckfehler und Feldmerkmale machen diese Ausgabe sehr interessant. So lässt sich jede Aufdruckmarke einem bestimmten Klischeefeld zuordnen. Dies ist entscheident für die Echtheitsprüfung. Passt der Aufdruck zu keinem Klischeefeld, so muss es sich um eine Fälschung handeln.
Vor dem Druck wurden die 100er Bögen der sowjetischen Urmarken in zwei 50er Bögen geteilt (Ober- und Unterbogen), welche dann mit dem 50er Aufdruckklischee überdruckt wurden.
Während des Druckes wurden mehrfach Korrekturen am Aufdruckklischee vorgenommen, weswegen man sechs Druckplatten unterscheidet. Zuerst wurden die Unterbögen (Bogenfeld 51-100) des 10Kop. Wertes mit schwarzer Farbe überdruckt (1. Druckplatte).
Aus meiner Sammlung kann ich einen solchen kompletten Bogen zeigen:
Die schlechte Qualität des Scans ist der Tatsache geschuldet, dass ich hier im Forum keine Bilder mit einer Größe von mehr als 256kb hochladen kann.
Während dieses ersten Druckganges ist auf Bogenfeld 60 (Klischeefeld 10) die Monatsangabe herausgefallen. Dieser Fehler wurde vor Beginn der zweiten Druckphase korrigiert. So kann diese Abart nur auf der 10Kop. Marke vorkommen. Der Michel notiert diese Abart als 2aF. Auch mein Bogen besitzt diese Abart:
An meinem Bogen lassen sich aber noch weitere markante Aufdruckfehler feststellen.
Auf Bogenfeld 52 (Klischeefeld 2) ist der Aufdruckfehler VII (Setzfehler "Laisavs" statt "Laisvas") zu sehen. Dieser Fehler ist ebenfalls nur auf der 10Kop. Marke zu finden, da er vor Beginn der zweiten Druckphase korrigiert wurde.