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Hamburg Belege ohne Marken

Moderator: Rüdiger


Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:06

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1801

Ab 1784 erhielten Briefe des Kaiserlichen Reichs-Ober-Postamtes Einzeiler Hamburg
Brief vom 17. Jan. 1801 (lt. Inhalt) von Hamburg nach Leipzig

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:10

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1821

Der zweizeilige Kastenstempel mit gezackter Umrahmung wurde im Zeitraum 1818 - 1833 vom Königlich Hannoverschen Ober-Postamt abgeschlagen.

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:14

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1822

Beim Fürstlich Thurn und Taxis`schen Ober-Postamt erhielten Briefe, die von der dänischen Post übernommen wurden einen zweizeiligen Stempel "DANEMARCK PAR HAMBOURG". Im Postverkehr mit Frankreich mußten alle Briefe einen weiteren Stempel "T.T.R.4." tragen. Ein weiterer Stempel "ALLEMAGNE PAR GIVET" weist auf den Übergang des Briefes nach Frankreich hin.Lt. Inhalt wurde der Brief in Copenhagen am 15. 10. 1822 geschrieben.

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Der Absender hatte 36 Reichsbankskilling (oben rechts notiert) für die Strecke von Kopenhagen bis Hamburg (Thurn und Taxis) frankiert. Ab Hamburg lief er unfrankiert weiter! Daher trug er von der Hand des Absenders zu Recht den Vermerk franko Hamburg.
Ab Hamburg bis zum Zielort waren 19 Decimes fällig. Der Stempel TTR4 sagte aus: Tour é Tassis Rayon 4. Auf deutsch: Thurn und Taxis aus dem 4. Rayon zu Frankreich.
Je näher der Postort zu Frankreich lag, je kleiner war die Rayonzahl. Je weiter weg er lag, je größer war die Rayonzahl.
Der 1. Rayon lag ganz nah an Frankreich, hier war der 4. schon weiter weg und bei Preußen und Bayern gab es sogar einen 5. Rayon. Die Gebühr richtete sich nach dem Gewicht des Briefes (hier war es einfach) und der Entfernung (Rayon).
Der Leitweg war mit "Allemagne par Givet" vorgegeben; für Taxis war er egal, aber für Frankreich nicht, weil die Entfernungsberechnung in Frankreich nach dem Ort des Grenzübergangs stattfand und sich so bei mehreren, möglichen Grenzübergängen deutliche Schwankungen in der Endgebühr ergeben konnten.
Was der Empfänger bezahlte, war die eine Seite der Medaille - was die Post von Taxis und Frankreich intern für derartige Briefe verrechneten, war etwas ganz anderes, denn man kaufte sich die Briefe aus den verschiedenen Rayons per Unze (30g) ab und bezahlte dafür einen fixen Betrag, der auf den Briefen niemals zu finden ist, da es eine interne Gebührenverrechnung war.
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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:18

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1826

Für den innerdeutschen Verkehr wurde vom Fürstlich Thurn und Taxis`schen Ober-Postamt im Jahre 1818 ein völlig neuartiger Stempel geschaffen, ein Halbkreis, der im oberen Bogen das Wort "HAMBURG", im unteren Teil die Bezeichnung "F.TH.u.TAX.O.P.A." und darunter das Datum (ohne Jahresangabe) enthält. Gelegentlich findet man diesen Stempel auch auf Briefen nach Frankreich, die vom Absender freigemacht waren. Hier ein Brief vom 8. März 1826 nach Frankreich mit Grenzübergangsstempel "ALLEMAGNE PAR STRASBOURG"

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:23

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1831

In diesem Jahr traten erstmals Cholera-Fälle in grösserer Anzahl in Hamburg auf. http://archive.org/details/dasauftretenderc00wolt"
Die Angst vor Krankheiten und Seuchen dieser Art war verständlicherweise gross, lag die Sterblichkeitsrate zu dieser Zeit bei etwa 50%!
Der hier gezeigte Brief vom 17. August 1831 (Datum geht aus dem Briefinhalt hervor) nach Bordeaux wurde zur Desinfektion über die gesamte Fläche mit Messern eingeritzt und dann mit Rauch behandelt, laut oben genannter Veröffentlichung war der erste bestätigte Cholera-Fall am 05.10.1831 in Hamburg.

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:31

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1831

Dieser Brief wurde in Berlin am 31.8.1931 aufgegeben und wurde am 2.9. per Schiff von Hamburg direkt nach London befördert wo er am 5.September eintraf. In der Hafenstadt Hamburg spielte der Schiffsverkehr eine entscheidene Rolle. Für die englische Schiffspost wurde 1826 ein besonderer Stempel in Gebrauch genommen. Auf Grund einer Verordnung vom 21.12.1832 war das Schiffsbrief-Kontor zuständig für alle abgehenden und ankommenden Schiffsbriefe. Dort erhielten die Briefe oben gezeigten Stempel, bei abgehender Post auf der Vorderseite, bei ankommenden Briefen auf der Rückseite.

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14 Silbergroschen zahlte der Berliner Absender bis zur Küste (Frankozwang). Mit britischen Postschiff über den Kanal zum Empfänger wurden 8 Pence fällig - das war die Standardrate. Der Absender notierte noch unten links mit dem Dampfboot - netter Hinweis, aber was die Post in Hamburg machte, konnte er nicht wirklich beeinflussen.
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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:36

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1848

Dieser Portobrief wurde für 9 Decimes in Paris zugestellt. Der Grenzübergang für Frankreich war Valenciennes. Die taxische Post hat ihn in einen Briefbeutel nach dorthin gelegt und Preußen übergeben, die ihn mit Frankreich auswechselten.
Nach Abgang der Post wurde gestempelt, wenn der Brief zu spät für diesen Kartenschluß (Hamburg - Valenciennes) aufgegeben wurde und der Versand erst einen Tag später erfolgen konnten.
Briefe, wenn sie nicht eingeschrieben waren, sollten 1/2 Stunde von Schalterschluß eingeliefert werden, eingeschriebene eine Stunde. Dann traf das Abstempeldatum mit dem Versandtag zusammen.

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:42

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1848

Brief des Hamburgischen Stadt-Postamtes mit Schmetterlingsstempel.
Obwohl es eine direkte Schiffsverbindung Hamburg > England gab (#4) wurde Post auch über andere Häfen befördert, hier ein Brief vom 16.2.1848 über Ostende nach Edinburgh.

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:45

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1850

Die Stempel des Schleswig-Holsteinischen Oberpostamtes tragen keine Jahreszahl, der Beleg läßt sich durch den Inhalt auf das Jahr 1850 terminieren. 1850 ist zugleich das letzte Einsatzjahr des Stempels mit der Inschrift "S.H.O.P.A. HAMBURG"

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Beitrag Mi 29. Mai 2013, 23:47

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1850

Durch Dekret Ludwigs XVIII vom 19.5.1814 erhielt Hamburg seine Selbstständigkeit. Ab diesem Zeitpunkt nahm das Fürstlich Thurn und Taxis`sche Ober-Postamt seine Arbeit im vollen Umfang auf. Der gezeigte Beleg nach Bordeaux vom 21.9.1850 trägt den Zweikreisstempel, der ab 1845 eingesetzt wurde.

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