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Raunacht

Mo 6. Jan 2025, 00:18

Die Raunächte (Rauchnächte, Rauhnächte), zwölf Nächte (auch Zwölfte), Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird.

Meist handelt es sich um die Zwölf Weihnachtstage vom 1. Weihnachtstag (= 25.12.) bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (06.01.), gelegentlich um andere Zeiträume, beispielsweise jenen zwischen Mittwinter bzw. dem Thomastag (21.12.) und Neujahr.
In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt.

Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar zurück, „die Wilde Jagd“ begab sich am Ende der Raunächte zur Ruhe.

Die zwölf Raunächte waren als Bauernregel gemäß der pauren practick bestimmend für das Wetter der zwölf Monate des neuen Jahres.

Die vier wichtigen Raunächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden.
Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benutzen).

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Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die Wilde Jagd verfangen könnte.

In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die Wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“.

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Auch heute noch verzichten einige Menschen auf das Wäschewaschen zwischen Weihnachten und Neujahr, oft ohne den genauen Hintergrund des Brauches zu kennen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Raunacht
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